shopping-bag 0
Items : 0
Subtotal : 0,00
View Cart Check Out

Hagener Chancenwucher

Nur Joker Klaus trifft: Oberligist kommt über ein 1:1 gegen Northeim nicht hinaus

Auch im sechsten Anlauf hat der FC Hagen/Uthlede einen Sieg in der Oberliga-Abstiegsrunde verpasst: Zwar zeigten die Hagener im Heimspiel gegen den FC Eintracht Northeim eine Reaktion auf die enttäuschende 1:4-Pleite gegen Tündern, kamen trotz eines klaren Chancenplus aber nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Dementsprechend war die Stimmungslage am Sonnabend an der Blumenstraße: „Wir sind natürlich enttäuscht, da wir diese Partie einfach gewinnen müssen. Die Einstellung passte und wir hatten zahlreiche Gelegenheiten. Wenn du sie aber nicht nutzt, wirst du auch kein Spiel gewinnen“, monierte Co-Trainer Tjark Seidenberg die mangelhafte Effektivität der Grün-Schwarzen.

So hätten diese die Partie durchaus schon in der Anfangsphase entscheiden können. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt, da tauchte Sören Wegner frei vor dem Gehäuse der Gäste auf, scheiterte aber. Luca Mittelstädt boten sich ebenfalls zwei hochkarätige Chancen, beide Male vergab er aber recht kläglich (12./20.). „Da wirst du an der Seitenlinie wahnsinnig“, erklärte Seidenberg mit Blick auf die mehrfach verpasste Führung.

Nach dem turbulenten Beginn bekamen die Zuschauer zwar ein intensives Spiel zu sehen, hochklassig war das Duell des Letzten gegen den Drittletzten aber nicht. „Man hat beiden Teams schon die Verunsicherung angemerkt. Der stumpfe Platz kam dann noch erschwerend hinzu“, so Seidenberg. Die Gäste kamen Mitte der ersten Hälfte aber dennoch besser in die Partie – und prompt zur Führung. Marc-Jannick Grunert vollendete den ersten gefährlichen Northeimer Angriff mit einem sehenswerten Kopfball (33.). Mit einem unnötigen Rückstand ging es für Hagen in die Kabinen, wo Seidenberg und Cheftrainer Benjamin Duray klare Worte fanden.

Vor allem trafen sie aber auch die richtigen Personalentscheidungen, die Einwechslungen von Mirko Franke und Finn-Niklas Klaus sorgten für neuen Schwung (56.). Gerade Klaus belebte das Offensivspiel merklich, kurz nach seiner Hereinnahme war er sofort an einer turbulenten Szene beteiligt: Zunächst wurde Mittelstädt im Strafraum der Gäste getroffen, der fällige Elfmeterpfiff blieb aber aus (60.). Nur Augenblicke später flankte der emsige Kilian-Lasse Tienken von der rechten Seite, Klaus verpasste mit einer starken Direktabnahme nur knapp den Ausgleich. Den erzielte er aber zwölf Minuten vor dem Ende, als er sich nach einem Einwurf stark durchsetzte und den Ball aus der Drehung im Tor unterbrachte (78.). „Das hat er wirklich stark gemacht“, lobte Seidenberg die Einzelleistung des Jokers.

Vom FC Eintracht Northeim kam unterdessen bis auf einige Konter nicht viel, auch weil Hagens Abwehrchef Clemens Schoppenhauer viele Situationen konsequent bereinigte. In den letzten Minuten drängten die Hausherren dann nochmal auf den so herbeigesehnten Erfolg, einmal mehr fehlte aber die letzte Entschlossenheit. Luca Mittelstädt (85.) und Victor Appiah (89.) konnten Flanken von Tienken nicht verwerten, sodass es letztlich nur zu einer Punkteteilung reichte.

FC Hagen/Uthlede: Becker – Tienken, Schoppenhauer, Müller, Hausmann (56. Klaus), Dosse (56. Appiah), Deppe, Bremser, Wegner, Agbe (56. Franke), Mittelstädt

FC Eintracht Northeim: Strüber – Röttger, Glombitza, Coscun, Dannenberg (71. Sander), Kern (71. Knopf), Weinhardt (42. Wolanski), Fritz, Defli, Heine, Grunert

Tore: 0:1 Marc-Jannick Grunert (33.), 1:1 Finn-Niklas Klaus (78.)


Quelle: Weser-Kurier vom 25.04.2022 verfasst von Jan-Henrik Gantzkow