shopping-bag 0
Items : 0
Subtotal : 0,00
View Cart Check Out

Aus misslicher Situation das Beste gemacht

FC Hagen/Uthlede erreicht trotz des Torrausches von Landesliga-Meister Bornreihe ein 3:3 bei Eintracht Celle

Es dauerte gut eine Viertelstunde, da war der Traum vom Aufstieg in die Oberliga ausgeträumt. Der FC Hagen/Uthlede war im Gastspiel beim MTV Eintracht Celle auf Kurs und lag mit 1:0 in Front, doch da rappelte das Handy mehrmals und die Meldungen von der frühen Bornreiher 3:0-Führung – am Ende hieß es gar 12:0 – gingen ein. Der Titel in der Fußball-Landesliga Lüneburg war damit längst futsch, für den FC ging es fortan einzig darum, sich mit einer ansprechenden Leistung aus einer bis auf die letzten Spiele großartig verlaufenen Saison zu verabschieden. Und das gelang mit Bravour. Der FC Hagen/Uthlede nahm ein sehr respektables 3:3 (2:1)-Remis mit auf die Heimreise.

Ein Unentschieden, das allerdings nicht den ganzen Frust der vergangenen Wochen so einfach vom Tisch zu wischen vermochte. Doch es war ein Punktgewinn, auf den der scheidende Trainer Gunnar Schmidt zumindest ein wenig stolz war. „Respekt, meine Jungs haben das super gemacht. Wir haben alles versucht und eine klasse Leistung abgeliefert“, sagte Schmidt, der sich in Kürze mit zwei Kumpels mit dem Wohnmobil verabschieden und in den Trubel der Europameisterschaft in Frankreich eintauchen wird.

Der Auftritt des Teams machte Gunnar Schmidt deutlich mehr Spaß als die Meldungen auf dem Handy. „3:0, 5:0, 8:0 – das hat natürlich keine Laune gemacht.“ Die Akteure ließen sich dennoch nicht hängen und dominierten nach den Schilderungen des Coaches rund 75 der 90 Minuten. Einzig die Viertelstunde nach dem Seitenwechsel ging an die Celler, die in dieser Phase einen 1:2-Pausenrückstand in ein 3:2-Führung wandelten.

Es waren gerade 40 Sekunden gespielt, da lagen die Gäste bereits in Führung. Nach einer Freistoßflanke von Kai Diesing war Nils Göcke mit dem Kopf zur Stelle und nickte aus vier Metern ein. Justin Dähnenkamp verpasste kurz darauf den Treffer zur 2:0-Führung nur knapp. Stattdessen glichen die Hausherren durch Kirill Weber zum 1:1 aus (20.). Die 2:1-Führung des FC zur Pause war wunderschön herausgespielt: Über die Stationen Marlo Burdorf, Kai Diesing und Mirko Franke gelangte der Ball zu Berendt Knoop, der aus sechs Metern vollstreckte.

Nach Wiederbeginn verloren die Gäste für ziemlich genau eine Viertelstunde die Kontrolle. Celle stand höher, attackierte früher, so gerieten die Schützlinge von Gunnar Schmidt unter Druck. Der 2:2-Ausgleichstreffer war eine Kopie der Hagen/Uthleder Führung: Freistoßflanke, Kopfball Ole Domrich zum 2:2 (53.). Und Celle legte das 3:2 nach, Yannick Ehlers bediente Kirill Weber, der einschob (61.).

Schmidt nahm fortan Berend Knoop und Kai Diesing vom Feld und wechselte mit Jöran Korf und Andre Stüßel frischen Schwung ein. Der verdiente Ausgleichstreffer ist allerdings einem Akteur gutzuschreiben, der bislang oftmals durch sehr starke Leistungen, nicht aber als Torschütze in Erscheinung getreten war. Wie Gunnar Schmidt schilderte: „Vor dem Spiel kam Mirko Franke an und sagte mir, ’Trainer, ich mache heute einen’.“ Gesagt – getan, Franke traf mit eine trockenen Dropkick aus 16 Metern unhaltbar zum 3:3-Endstand. Es war ein Treffer für Gunnar Schmidt, der auf eine tolle Saison zurückblickt – auch wenn er und das Team sich den zum Greifen nahen Meistertitel hatten wegschnappen lassen.

MTV Eintracht Celle: Klindworth – Lohmann, von-Elmendorff, Weber, Domrich, Ehlers (70. Brunne), Weber (88. Schmidt), Korte (80. Mathesius), Lutschewitz, Mundiens, Struwe

FC Hagen/Uthlede: Eden – Woltmann, Göcke, Tietjen, Franke, Wischhusen, Burdorf, Knoop (65. Korf), Seidenberg (84. Lüerssen), Diesing (65. Stüßel), Dähnenkamp

Tore: 0:1 Göcke (1.); 1:1 Weber (20.); 1:2 Knoop (40.); 2:2 Domrich (53.); 3:2 Weber (61.); 3:3 Franke (77.)


Quelle: Weser-Kurier vom 29.05.2016 verfasst von Werner Maass